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Hi, ich bin Nina, 17 Jahre alt und komme aus Hamburg. Letztes Jahr war ich für 10 Monate in Kelowna, BC.
Mein Abenteuer begann am 30.08.2022. Ich bin über Frankfurt nach Vancouver und von dort nach Kelowna geflogen. Die Reise verging total schnell und meine Gastfamilie hat mich direkt vom Flughafen abgeholt. Mit meiner Gastfamilie habe ich mich sofort super verstanden. Unsere Familie bestand aus Mutter, Vater, einer kanadischen Tochter (8 Jahre alt) und zwei weiteren Gastschülern. Meine eine Gastschwester kam aus Rom und meine andere aus Frankfurt. Es fühlte sich von Anfang an so an, als ob wir uns schon seit Jahren kennen würden, und ich bin so dankbar, dass wir zusammen in einem Haushalt gelebt haben.
Am ersten Abend haben wir gemeinsam unsere Gastgeschenke ausgepackt und viel geredet, bis ich so müde war, dass ich schlafen gehen musste. Die Atmosphäre fühlte sich neu und ungewohnt an, aber zugleich auch schon so vertraut.
Ich bin auf die Okanagan Mission Secondary School (OKM) gegangen. Das kanadische Schulsystem war definitiv sehr anders als das deutsche. Ich hatte Fächer wie Tanzen, Career Life Education oder Automotive Technology. Außerdem war eines meiner Fächer die Eishockey-Academy. Dort hatten wir viel Eiszeit im CNC und ich habe viel Neues dazu gelernt, das ich in meinem Training in Deutschland nicht so aktiv geübt habe. Automotive Technology war mein Lieblingsfach. Wir haben die meiste Zeit in der Werkstatt verbracht. Die meisten Kanadier haben ihre Autos in die Werkstatt gebracht und dort daran gearbeitet. Oft haben wir auch die Autos der Lehrer repariert, zum Beispiel neues Öl, Bremsen oder Reifen gewechselt.
Insgesamt merkt man, dass in den Schulen der Fokus nicht so sehr auf den akademischen Leistungen lag, sondern dass die Schüler die Möglichkeit hatten, praxisbezogene Dinge zu lernen. Bei mir ging der Schultag von 9 bis 15 Uhr, mit jeweils zwei Perioden. In unserem Bezirk gab es viele internationale Schüler. Alleine an der OKM gab es über 120. Jeden Monat hatten wir eine gemeinsame Aktivität, die mit allen internationalen Schülern unternommen wurde, z.B. Klettern, Rodeln oder Schlittschuh laufen.
Bei der Wahl für den Ort meines Auslandsjahres war es mir persönlich sehr wichtig, dass ich Skifahren konnte. Mit der tollen Organisation von Do It habe ich eine Gastfamilie bekommen, die ein eigenes Haus im Skigebiet hat und dort jedes Wochenende ihre Zeit verbringt. Das war wirklich ein Traum. Wir sind immer am Freitag nach der Schule nach Big White gefahren. Big White war etwa eine Stunde von Kelowna entfernt. Ich bin in meinem Leben in vielen verschiedenen Ländern (Norwegen, Österreich, Japan, Deutschland) Ski gefahren, aber der Schnee und generell das Skigebiet Big White war mit Abstand das Beste und Atemberaubendste, wo ich jemals war. Ich bin jeden Tag mit dem ersten Lift aus dem Haus und mit dem letzten wieder zurückgekommen. Für jedes Level gab es unglaublich viele verschiedene Pisten. Jeden Samstagabend gab es dann Feuerwerk im Village. Die Saison ging von November bis Mitte April. Das war definitiv mein Highlight des ganzen Jahres.
Zu Beginn des Sommers, nachdem meine Eishockey- und Ski-Saison zu Ende war, habe ich mit Tanzen und Rugby angefangen. Tanzen hatte ich als Schulfach. Wir haben alle möglichen Richtungen ausprobiert, von Ballett bis Hip-Hop. Viele haben mir immer gesagt, dass ich nach Eishockey mit Rugby anfangen soll, und das war wirklich eine der besten Entscheidungen. Ich kann nur jedem empfehlen, der in Zukunft ein Auslandsjahr macht, einem Sportteam beizutreten. Für Rugby brauchte man keine Vorkenntnisse und in den Teams konnte man am besten die Kanadier kennenlernen. Meine beste kanadische Freundin habe ich auch durch das Team kennengelernt. Wir hatten teilweise vor, aber auch nach der Schule Training. Was mir besonders an dem Sport gefallen hat, war, dass es für jeden die perfekte Position gab. Ich habe teilweise leichte Gehirnerschütterungen und überall blaue Flecken bekommen und mir sogar eine Rippe gebrochen, aber es hat sich alles gelohnt. Das Team, die Trainer und generell die Atmosphäre waren super.
Je näher wir dem Ende kamen, desto emotionaler wurden wir. Einerseits, weil wir unsere Familien und Freunde bald wiedersehen würden, aber andererseits, weil wir traurig waren, dass für uns das Jahr zu Ende geht. Wir alle wussten, dass wir jeden Moment ausnutzen müssen. Wir haben viele Wanderungen gemacht, Zeit am See verbracht oder Volleyball gespielt. Die letzten Monate mit unserer Gastfamilie waren auch toll. Wir haben viel Zeit zusammen verbracht. Am liebsten mochte ich unsere Grillabende am Pool.
Die emotionalsten Tage waren definitiv der 23.06.2023 und der 24.06.2023: Abschiedsfeier und Abflug. Am letzten Abend haben wir mit unserer Gastfamilie, deren Freunden und unseren Freunden eine letzte Pool-Party gemacht. Wir haben zusammen gegrillt, gelacht und einfach unsere letzten Momente genossen. Am nächsten Morgen ging es los.
Auf dem Weg zum Flughafen haben wir noch unseren letzten Stopp bei Tim Hortons gemacht. Der Flughafen war voll mit internationalen Schülern. Tränen sind geflossen, und dann gab es die letzten Umarmungen und netten Worte. Ich wusste immer, dass das Verlassen von Kanada schwieriger wird als das Verlassen von Deutschland, weil ich ja wusste, dass ich ein Jahr später wieder da bin, aber dass es so hart war, hätte ich nicht gedacht.
Ich bin einfach nur so unendlich glücklich, dass ich mein Auslandsjahr mit Do It in Kelowna gemacht habe. Man ist über sich hinausgewachsen und hat so viele neue Dinge erlebt.
Ich kann es jedem, der überlegt, ein Auslandsjahr zu machen, zu 100 Prozent empfehlen.
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